MPU Vorbereitung & Ablauf – Medizinisch-Psychologische Untersuchung in Deutschland

Min. Lesezeit

Die MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung) ist für viele Betroffene ein Schreckgespenst. Wer in Deutschland unter Alkohol- oder Drogeneinfluss am Steuer erwischt wurde oder zu viele Punkte im Fahreignungsregister in Flensburg gesammelt hat, muss häufig diese Untersuchung absolvieren, bevor der Führerschein zurückgegeben wird.

Eine MPU kann über Ihre berufliche und private Zukunft entscheiden – denn ohne Fahrerlaubnis verlieren viele Menschen nicht nur ihre Mobilität, sondern auch ihre Existenzgrundlage. Umso wichtiger ist es, frühzeitig die richtigen Schritte einzuleiten und juristische Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige zur MPU: Gründe, Ablauf, Vorbereitungsmöglichkeiten, Kosten, Verteidigungsstrategien und Antworten auf die häufigsten Fragen.


Inhalt


Was ist die MPU?

Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) ist ein Verfahren zur Überprüfung der Fahreignung. Sie wird von staatlich anerkannten Begutachtungsstellen durchgeführt, etwa dem TÜV oder der DEKRA.

Ziel ist es, festzustellen, ob eine Person wieder geeignet ist, am Straßenverkehr teilzunehmen.

Die MPU besteht in der Regel aus drei Teilen:

  1. Medizinische Untersuchung – körperliche Checks, Blut- oder Urintests.
  2. Leistungs- und Reaktionstests – Überprüfung von Konzentration, Reaktionsfähigkeit und Aufmerksamkeit.
  3. Psychologisches Gespräch – das Kernstück der MPU, bei dem die persönliche Einstellung, Einsicht und Veränderungsbereitschaft überprüft wird.

Wann wird die MPU angeordnet?

Die Fahrerlaubnisbehörde ordnet eine MPU an, wenn Zweifel an der Fahreignung bestehen, etwa bei:

  • Alkoholverstößen
    – ab 1,6 ‰ Blutalkoholkonzentration
    – bei wiederholten Alkoholfahrten auch unterhalb dieser Grenze

  • Drogenkonsum
    – Fahren unter Einfluss von Cannabis, Kokain, Amphetaminen oder anderen Betäubungsmitteln
    – auch einmaliger Konsum kann genügen (§ BtMG in Verbindung mit Straßenverkehrsgesetz)

  • Punktesystem in Flensburg
    – ab 8 Punkten wird der Führerschein entzogen (§ 4 StVG)
    – Wiedererteilung oft nur nach bestandener MPU

  • Straftaten im Straßenverkehr
    – gefährliche Körperverletzung durch Verkehrsunfälle
    – Fahren ohne Fahrerlaubnis
    – illegale Autorennen (§ 315d StGB)

  • Aggressives oder auffälliges Verhalten
    – etwa bei wiederholter Nötigung oder Bedrohung im Straßenverkehr


Ablauf der MPU

Der Ablauf folgt einem festen Muster:

  1. Anordnung durch die Fahrerlaubnisbehörde
    – Sie erhalten ein Schreiben mit Fristsetzung.
    – Ohne positive MPU kein Führerschein.

  2. Wahl der Begutachtungsstelle
    – TÜV, DEKRA oder andere staatlich anerkannte Stellen.
    – Sie können frei wählen, müssen aber selbst die Kosten tragen.

  3. Vorbereitung und Unterlagen
    – ärztliche Atteste
    – Abstinenznachweise (bei Drogen/Alkohol oft über 6–12 Monate)
    – Teilnahmebescheinigungen an Kursen

  4. Durchführung der MPU
    – medizinische Untersuchung
    – Reaktions- und Leistungstests
    – psychologisches Gespräch

  5. Gutachten
    – Sie erhalten ein schriftliches Gutachten.
    – Positiv: Führerschein kann wiedererteilt werden.
    – Negativ: Sperrfrist und erneute MPU.


Kosten und Dauer der MPU

Die MPU ist für Betroffene mit erheblichen Kosten verbunden:

  • Gebühren für die Untersuchung: 350–750 € (je nach Fragestellung)
  • Medizinische Tests: 100–400 €
  • Abstinenznachweise: 400–1.000 € (je nach Dauer und Anzahl der Tests)
  • Vorbereitungskurse: 500–2.000 €

Gesamtkosten: oft zwischen 1.500 und 3.000 €.

Die Dauer hängt vom Einzelfall ab. Wer Abstinenznachweise erbringen muss, sollte mindestens 12 Monate einplanen.


Vorbereitung auf die MPU

Ohne Vorbereitung ist die Durchfallquote hoch: Rund 40–60 % bestehen die MPU nicht beim ersten Versuch.

Erfolgreiche Vorbereitung umfasst:

  • Abstinenznachweise bei Drogen oder Alkohol
  • Verkehrspsychologische Beratung
  • Teilnahme an anerkannten Vorbereitungskursen
  • Juristische Analyse: Lässt sich die MPU vermeiden? Wurde sie rechtmäßig angeordnet?

Erfolgschancen mit professioneller Begleitung

Die Chancen auf ein positives MPU-Gutachten steigen deutlich, wenn:

  • Abstinenz lückenlos dokumentiert wird
  • eine glaubwürdige Verhaltensänderung dargelegt wird
  • die Akte juristisch geprüft und ggf. fehlerhafte Anordnungen angegriffen werden

Juristische Verteidigungsstrategien

Ein Anwalt prüft im Einzelfall:

  • Rechtmäßigkeit der MPU-Anordnung
  • Frist- und Formfehler der Behörde
  • Beweislast: Ist der Konsum nachweisbar oder liegen nur Vermutungen vor?
  • Alternative Maßnahmen: z. B. Teilnahme an einem Fahreignungsseminar statt MPU

Gerade im Zusammenhang mit BtMG-Verfahren ist entscheidend, ob die Behörde überhaupt ausreichend Beweise für eine Drogenfahrt hat.


Beispiele aus der Praxis

  • Alkoholfahrt mit 1,7 ‰: Mandant erhielt MPU-Anordnung. Durch Abstinenznachweise und verkehrspsychologische Vorbereitung bestand er beim ersten Versuch.
  • Cannabisfahrt: Polizei fand nur geringe THC-Menge. Behörde ordnete MPU an. Nach anwaltlicher Intervention wurde das Verfahren eingestellt, kein MPU-Erfordernis.
  • Punktesystem: Berufskraftfahrer mit 9 Punkten. Durch gezielte Anfechtung von Bußgeldbescheiden konnte der Punktestand gesenkt werden – MPU vermieden.

FAQ – Häufige Fragen zur MPU

Wie lange dauert die MPU-Vorbereitung?
Je nach Fall zwischen 6 Monaten und 1 Jahr (insbesondere bei Abstinenznachweisen).

Wie hoch ist die Durchfallquote?
Rund 40–60 % bestehen nicht beim ersten Versuch. Mit Vorbereitung steigen die Chancen deutlich.

Kann man die MPU umgehen?
In manchen Fällen ja – wenn die Anordnung rechtswidrig ist oder statt einer MPU andere Maßnahmen greifen.

Wer bezahlt die MPU?
Die Kosten trägt der Betroffene selbst.

Wo findet die MPU statt?
Bei staatlich anerkannten Stellen wie TÜV oder DEKRA.


Warum anwaltliche Unterstützung entscheidend ist

Eine MPU ist nicht nur eine medizinisch-psychologische Prüfung, sondern ein juristisches Verfahren mit hohen Anforderungen. Fehler der Behörde, unklare Gutachten oder unrechtmäßige Anordnungen können oft angegriffen werden.

Ein erfahrener Anwalt im Verkehrsrecht:

  • prüft die Rechtmäßigkeit der Anordnung
  • entwickelt eine individuelle Verteidigungsstrategie
  • berät zur optimalen Vorbereitung
  • begleitet Sie durch den gesamten Prozess

Mein Angebot für Sie

Ich unterstütze Sie bundesweit:

  • Prüfung der MPU-Anordnung
  • Verteidigung in Verkehrsstrafverfahren
  • Vorbereitung auf die MPU in Zusammenarbeit mit Fachstellen
  • Begleitung bis zur Wiedererteilung der Fahrerlaubnis

Jetzt Kontakt aufnehmen

📞 Telefon: +49 172 8974716
✉️ E-Mail: beisel@duckscheer.de

Rechtliche Beratung benötigt?

Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben oder rechtliche Unterstützung benötigen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Kontaktieren Sie uns